(53) Kopfsache – Leben mit einem Hirntumor
Shownotes
Hirntumor – was bedeutet diese Diagnose heute? Wir sprechen über Arten, Symptome, moderne Diagnostik und Therapie sowie den Einsatz von Hightech im OP. Gleichzeitig geht es um die menschliche Seite: die Verantwortung der Operateure, die Ängste der Betroffenen sowie den Ablauf von Tumorsprechstunden und interdisziplinären Tumorkonferenzen. Eine informative und zugleich persönliche Folge über ein komplexes spannendes Thema.
Im Podcast empfohlene Links: www.jung-stilling.de www.diakonie-sw.de
An dieser DiSPod-Folge waren beteiligt: Moderation: Dr. Tabea Stoffers Studiogäste: Prof. Dr. Anne Carolus, Dr. Ajsela Salkica Produktion: Kristina Hammer
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00:00:05: Ein
00:00:13: Hirntumor.
00:00:15: Für viele Menschen ist das eine Diagnose, die sofort Angst auslöst und das Leben der Betroffenen auch schlagartig verändert.
00:00:23: Gleichzeitig ist es eine Diagnose, Der Alltag in der Neurochirurgie bewegt sich zwischen Angst, Hoffnung und High-Tech Medizin.
00:00:37: Und es ist auch der Alltag meiner beiden heutigen Studiogäste – Frau Prof.
00:00:41: Dr.
00:00:41: Anne Carolus leitende Oberärztin der Neuruchirurgien am Diakonieklinikum Junge Stilling und Frau Dr.
00:00:48: Ayseela Salkiza Fachärztinnen für Neurugierurgie.
00:00:51: Herzlich willkommen Ihnen beide!
00:00:53: Schön dass Sie da sind.
00:00:54: Danke, hallo.
00:00:56: Am Mikrofon begrüßt sie heute Tabia Stoffers und wir reden über das Leben mit einem Hirntumor.
00:01:02: Wir steigen direkt ein ins Thema.
00:01:03: Welche verschiedenen Arten von Hirntummoren gibt es denn?
00:01:07: Die Hirnturmoren können entweder Hirneigen oder Metastasen sein die hier in eigenen Tumoren sind sogenannte Primäre Hirntrumoren Das heißt die entstehen aus dem Zellen im Gehirn.
00:01:22: Auf der anderen Seite sind die Metastasen die Absiedlungen von den anderen Tumoren oder sogenannte sekundäre Hirntumoren.
00:01:30: Die Tumore, die gerne ins Gehirn metastasieren, sind Lungenkrebs, Brustkrebs und der schwarze Hautkrebs.
00:01:38: Es gibt auch eine weitere Einteilung in gutartige Intermediere- und bösartige Hirntomoren.
00:01:45: Intermediär bedeutet gutartig mit potenzieller Entaktung und so eine Einteilung hat die Weltgesundheitsorganisation vorgenommen, und zwar in vier WHO-Gerade.
00:01:59: Wobei WHO grad eins ein gutartiger Tumor mit guter Prognose bedeutet und WHO grade vier ein besachtiger Tumo ist.
00:02:09: Und gibt es Altersgruppen, bei denen bestimmte Tumorarten häufiger auftreten.
00:02:14: jetzt?
00:02:14: Wenn man diese verschiedenen Arten vergleicht.
00:02:16: Ja zum Beispiel die Metastasende treten öfter bei alten Patienten auf.
00:02:21: Okay.
00:02:23: Spielt die Genetik auch eine Rolle beim Hirntumor jetzt speziell?
00:02:28: Ja genau!
00:02:29: Zum Beispiel bei manchen hier neigenden Tumoren schon.
00:02:34: Was macht ein Hirntomor für Symptome?
00:02:36: Man denkt jetzt so an Kopfschmerz vielleicht, Schwindel, neurologische Ausfälle also irgendwie... Keine Ahnung, dass man mal umkippt oder so.
00:02:44: Genau.
00:02:44: also das kommt sehr stark auf die Größe an und auf die Lokalisation wo dieser Hirntumor sitzt.
00:02:51: wir haben ja ganz verschiedene funktionelle Areale auch im Gehirn und je nachdem kann es dann zu Wesensänderungen zu Lehmungen einer Extremität zu kognitiven Defiziten zur Sprachstörung führen.
00:03:08: Es ist aber wichtig, wie Sie sagen Kopfschmerzen-Schwindel.
00:03:11: Das ist potenziell möglich.
00:03:12: Aber das sind hochgradig unspezifische Symptome.
00:03:16: D.h.,
00:03:17: man braucht jetzt keine Sorge zu haben, weil man unter Kopfschmärzen leidet, dass man einen Hirntumor hat.
00:03:22: Dass es einfach ein sehr weitverbreitetes Symptom kann im Rahmen von einem Infekt auftreten die typischen Migräne durch Hormonschwankungen und so verhält sich's auch mit dem Schwindel Und umgekehrt ist wichtig zu wissen, dass auch nicht jeder Tumor direkt Symptome macht.
00:03:37: Es gibt auch weite Areale im Gehirn, die sind funktionslos und wenn dort der Tumore sitzt dann kann es unter Umständen so sein, dass sie erst mal stumm ist oder es gibt auch gutartige langsam wachsenden Tumoren, die eben gar nicht zwingend Symptomen machen müssen.
00:03:54: Ein vielleicht klassisches Symptom wäre der Krampfanfall.
00:03:57: das ist etwas was wir häufig sehen was sozusagen dann zur Erstdiagnose führt.
00:04:02: Aber jetzt also ein Krampfanfall einmalig oder ist das dann immer direkt schon ein Hinweis?
00:04:10: Es gibt auch Krampfanfälle, die aus ohne ein strukturelles Korrelat oder ohne einen Tumor-Korrelat entstehen.
00:04:16: Aber jeder erstmalig aufgetretene Krampvanfall ist auf jeden Fall so abklärungsbedürftig, dass man sagt, man braucht eine Bildgebung um eben auszuschließen,
00:04:29: Und gibt es Fälle, in denen Sie auch Tumoren zufällig entdecken?
00:04:32: Dann wenn Sie ja mal eben gesagt so einen stumm- oder stillen Tumor.
00:04:36: Ja ganz häufig ist das so dass die Patienten im Rahmen einer allgemeinen Kopfschmerzabklärung oder Schwindelabklärungen eben MRTs bekommen und dass man dann zufallsmäßig was entdeckt.
00:04:47: und das ist dann auch zum Großteil sodass man sagt, es ist gar nicht... gar nicht hinweisen für was bösartig ist, sondern vielleicht irgendwas Kleines, das man erst mal beobachten kann.
00:04:56: Dazu kommen wir später auch nochmal.
00:04:59: Wir gucken erstmal bei der Diagnostik, welche Möglichkeiten es da gibt ... bei modernen diagnostischen Möglichkeiten.
00:05:06: Die diagnostischen Möglichkeit haben sich insbesondere in den letzten zwanzig Jahren hoch entwickelt, heutzutage wird ein Hirntumor mit Hilfe Kernspintomographie oder MRT diagnostiziert.
00:05:18: diese Untersuchung liefert uns die Bilder vom Gehirn Und mit Hilfe verschiedener Sequenzen oder Filtern kann man unterschiedliche Merkmale des Tumors darstellen.
00:05:31: Je nach Tumorart reicht der Befund von einer fast sicheren Diagnose, wo die Operation meistens der nächste Schritt ist bis hin zur Verdachtdiagnose , wo man eine Biopsy- oder Probeentnahme braucht um eine sichere Diagnosis feststellen zu können.
00:05:47: Also zusammengefasst ist die MRT meistens
00:05:54: Und die sind ja auch sehr genau, glaube ich in der Bildgebung.
00:05:57: Ja!
00:06:00: Wie wichtig ist die Gewebeprobe?
00:06:02: Jetzt ... Welche Bedeutung hat Ihnen?
00:06:04: Sehr wichtig.
00:06:05: nur mit einem histologischen Befund können wir genau wissen was für Tumor das
00:06:09: ist.
00:06:09: Okay und jetzt kommen wir mal zu den Behandlungsmöglichkeiten.
00:06:14: Ist das immer dann direkt quasi als Todesurteil wenn man hört sie haben hier ein Tumour oder kann man da auch Heilen?
00:06:24: Ja, das ist ganz differenziert auch zu betrachten.
00:06:27: So wie wir gerade schon gesagt haben gibt es ja durchaus die Befunde wo wir erstmal ziemlich sicher sind dass es sich um was Gutartiges handelt so wie die Kollegin gerade gesagt hat.
00:06:38: Die letztliche Gewissheit kann uns immer erst der Gewebe befunden geben.
00:06:41: aber Es gibt Tumoren, bei denen wir von den Bildkriterien allein schon relativ sicher sein können.
00:06:49: Dass das was Beniegendes ist und die Sicherheit erlaubt uns dann dass wir sagen Das kann man Verlauf kontrollieren.
00:06:55: also Wir binden die Patienten an unsere Sprechstunde an und sie bekommen zB regelmäßige MRT Kontrollen Und da beobachten wir dann das Wachstumsverhalten und die Morphologie des Tumors.
00:07:07: Und es ist auch nicht selten so, dass man sieht Da tut sich gar nichts.
00:07:11: bestätigt dann unsere Vermutung, dass es hier ein gutartiger Befund ist.
00:07:16: Und da darf man diese Kontrollzeiträume auch
00:07:19: strecken.".
00:07:20: Also etwas Benignes ist also was Gutartiges?
00:07:23: Ich versuche immer noch so'n bisschen die Bekannte zu ergärmen für sie Alltag sind und uns als Leiden immer noch im Übersetz werden müssen!
00:07:30: Ja und dann gibt's die andere Kategorie wo man sagt, da tut sich irgendwas das muss man weiter gucken.
00:07:38: Und dann machen wir eben auch die Sicherung der Histologie.
00:07:41: und wenn sich das bestätigt, dass wir hier mit einem Tumor zu tun haben, der eine Wachstumsdynamik hat.
00:07:47: Eine Zellteilung, der damit in die Kategorie Malikne fällt.
00:07:51: Dann muss man sich überlegen, welche Therapie ist jetzt hier angebracht?
00:07:56: Und was machen Sie denn?
00:07:57: Also welche Therapiemöglichkeiten haben sie dann?
00:08:01: Da wäre dann schon als erstes die Operation zu nennen, die wir dann durchführen.
00:08:04: Wenn wir abgewogen haben zwischen der Sicherheit für den Patienten auch dem Fakt werden da also kann man das so machen dass die funktionellen Areale erhalten bleiben?
00:08:16: Also wir möchten natürlich nicht sozusagen eine Tumorenförmung machen und der Patient geht danach mit vielen neurologischen Defiziten raus.
00:08:26: Und wenn wir aber sozusagen anhand der Diagnostik wissen, das ist jetzt recht gut möglich.
00:08:30: Dann strebt man eine Tumorentfernung einer Operative an.
00:08:35: Wenn wir sagen es ist eher schwierig weil der Tumore bereits ein Areal infiltriert was eben auch Funktionen hat dann würde man die kleinere Variante die operative machen dass es dann diese Gewebe.
00:08:45: biopsy Das passiert auch durch so kleine Nadeln zum Beispiel kleine Zugänge und man gewinnt ein bisschen Geweben Und der Pathologe untersucht das.
00:08:55: Mittlerweile gibt es auch Untersuchungen auf der Oberfläche des Tumors, es gibt molekulare Merkmale und dann kann man entsprechend eine Therapie einleiten.
00:09:04: und da haben wir zum einen die Chemotherapie.
00:09:08: also es gibt Medikamente tut sich, wenn auch langsam aber doch kontinuierlich etwas und es wird immer mehr entwickelt.
00:09:16: Auch die sogenannten Targeted Therapien also sehr gezielte Antikörpertherapien und Medikamente.
00:09:24: Und zum anderen ist der Klassiker immer noch die Bestrahlungstherapie.
00:09:30: Bei einem Benignen, also einen gutartigen Tumor hängt das auch von der Lage ab ob man warten kann?
00:09:36: Also er kann ja gutartig sein, Echt blöd, ja?
00:09:39: Definitiv.
00:09:41: Wenn der jetzt wächst, das wäre fatal!
00:09:43: Das ist
00:09:43: eine sehr gute Frage.
00:09:44: Deswegen ist es auch im Gehirn etwas schwieriger diese Trennung zwischen gutartig und bösartig rein anhand der Wachstumsmerkmale des Tumors zu machen.
00:09:55: denn es gibt Benigne also vom Wachs-Tumsverhalten gutartige Tumore die langsam wachsen aber trotzdem in einer Region sitzen wo sie schnell Probleme machen bis hin dazu, dass sie lebensgefährlich werden können.
00:10:11: Und auch dann müssen wir natürlich abwägen, ist es vielleicht sinnvoll hier zeitnah zu operieren oder auch risikoreich?
00:10:18: Also eine benigne Struktur kann auch malig ne Züge im Gehirn aufweisen, auch wenn das Wachstumsverhalten das eigentlich gar nicht hergibt.
00:10:26: Also gutartig und bösartig sind nur jetzt das Wachtungsverhalten oder auch noch in der Struktur oder so des Tomos, dass er aggressiver is'.
00:10:37: Genau.
00:10:37: Das ist das Erste, man der Pathologe guckt.
00:10:39: wie schnell findet ein Zellteilung statt?
00:10:41: so sind ja generell die bösartigen Tumore klassifiziert.
00:10:44: schnelle Zellteilungen, schnelles Wachstum und Streuung sind so die Kriterien für Bösartigkeit im Gehirn.
00:10:52: kommt eben dazu noch die Lokalisation und die Nähe zu potentiell lebenswichtigen Strukturen.
00:11:00: Spielt auch die Lebensqualität natürlich der Betroffenen vor der OP nach der OP dann eine Rolle?
00:11:07: Ja.
00:11:08: Wie sicher ist denn so eine OP heutzutage?
00:11:10: Also wenn ich jetzt höre hier ein OP, denke ich ach du liebe seid... Das muss doch das es ja mit Risiken verbunden und so.
00:11:20: Welche Hilfsmittel gibt es dann heutzuthage im Hightech-OP?
00:11:23: Die!
00:11:24: Neurochirurgische Operationen sind präzise unsicher.
00:11:28: Wir kommen hier in den Hightech-Bereichen der Neurocherurgie und ich möchte einige Verfahren nennen, die wir in unserer Klinik verwenden.
00:11:37: Wir führen unsere Operation mit dem Mikroskop und Neuronavigation durch.
00:11:42: Die Neuro Navigation ist ein Verfahren das wie ein GPS System funktioniert dass er möglichst den Chirurgen die Instrumente millimetergenau in echt Zeit auf MRT oder CT-Bildern zu verfolgen, das erhöht natürlich die Präzision.
00:12:02: Es gibt auch eine besondere Fluorescence, die uns hilft, die bösartigen Tumorzellen sichtbar zu machen.
00:12:10: Das verbessert das OP-Ergebnis und maximiert Resektionsausmaß.
00:12:16: Dann in der Neuroschirurgie spricht man oft von einer Mixed Reality.
00:12:23: Das heißt, dass man mithilfe besonderer Brillen oder Mikroskop die drei D-Hologramme der Patientendaten zum Beispiel auf OP-Feld übertragen kann so das der Schirurg sehr gut über die Strukturen im Gehirn informiert wird.
00:12:41: Es gibt auch eine besondere Visualisierung der Faserbündeln Die funktionellen Zentren in den Gehirnen miteinander verbinden und mit Hilfe dieser Visualisierung werden die Verletzungen von solchen Zentren vermieden, zum Beispiel für die Sprache.
00:12:59: Und mithilfe solcher Visualisierung wird vermiedet, dass der Patient nach der Operation Sprachstörung hat.
00:13:08: Es gibt natürlich auch andere Verfahren, die uns helfen – die Verlätzungen von wichtigen Strukturen im Gehirn oder in der Wirbelsäule zu vermeiden, wie zum Beispiel neurophysiologische Untersuchungen.
00:13:19: Was wir auch in unserer Klinik durchführen und so weiter.
00:13:23: Gibt es denn auch eine Kehrseite von dieser Hightech-Medizin?
00:13:27: Ja also das ist schon so, ich meine wir haben auch am Jungstilling muss man sagen.
00:13:31: bewegen wir uns wirklich so im High End Bereich was die technischen Möglichkeiten betrifft.
00:13:36: Wir haben eine absolut moderne Neuronavigation, wir haben Bildsysteme, wir werden alles sehr hoch entwickelt Und das ist auch schön, und man muss sich das zu Nutze machen.
00:13:47: Das ist wichtig, dass man auf diese Maßnahmen zurückgreift, weil sie die Sicherheit erhöhen.
00:13:53: Trotzdem ist es so, man muss sagen, was wir hier haben, das ist nicht repräsentativ für den größten Teil der Welt.
00:14:00: Es ist immer noch so, dass diese Techniken sehr teuer sind.
00:14:05: Es isst auch möglich eine Hirntumorchirurgie oder gute Hirntuma-Chirurgien ... anhand von anatomischen Kenntnissen und Erfahrung durchzuführen.
00:14:14: Und wir müssen uns ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht in diesem Hightech-Cosmos zu sehr verlieren
00:14:19: bzw.,
00:14:21: dass wir die Basis verlieren.
00:14:22: Es muss jeder der sich dieser Verantwortung stellt und im neurologischen OP agiert, muss trotzdem wissen wo bewege ich mich?
00:14:30: Was mache ich wenn jetzt zum Beispiel eine Navigation ausfällt oder ein Bildsystem ausfellt?
00:14:35: Wo erwarte ich den Tumor, wie möchte ich da vorgehen?
00:14:39: Und deswegen legen wir hohen Wert eben auch auf anatomische Landmarken.
00:14:42: Auf die ganze Kenntnis dieser dreidimensionalen Anatomie und setzen voraus, dass das auch die Assistenzärzte wirklich lernen.
00:14:51: Dass man vorab eine gute Planung macht und sich schon vorstellt, wo will ich hin?
00:14:55: Wie komme ich dahin?
00:14:57: so, dass ein gutes Add-on Tool ist aber ... Man muss auch lernen... ohne das zurechtzukommen.
00:15:06: Ja, kann es auch sein dass Patienten dann wenn sie so hören welche Möglichkeiten es gibt dann auch erwarten dass man alles machen kann?
00:15:15: Dass alles möglich ist.
00:15:16: leben Sie das auch also nach dem Motto okay ich habe ein Hirntumor aber den kann man ja bestimmt raus operieren.
00:15:21: auf jeden Fall mit den heutigen Möglichkeiten müsste das doch gehen.
00:15:27: Also Patienten Erwartungen sind sehr unterschiedlich!
00:15:31: Stimmt Es ist ja die Aufgabe von uns als Ärzten eben im Vorfeld, die Gespräche so zu führen.
00:15:39: Dass man sagt, man steckt realistisch fest was ist möglich und nicht.
00:15:44: Man muss so aufklären dass der Patient gut informiert aus einem Bescheid weiß wie risikoreich ein Eingriff ist oder nicht Und anhand dieser Informationen dann auch Entscheidungen die Entscheidung für sich treffen kann.
00:15:56: möchte ich das?
00:15:59: hat auf jeden Fall mit einer ethischen Verantwortung auch zu tun, das zu vermitteln und dann auch.
00:16:04: Ja aber das ist ja in allen Bereichen jetzt nicht nur am Gehirn so sondern generell im städtischen
00:16:08: Bereich.
00:16:08: Aber es ist ein besonders sensibler Bereich.
00:16:11: Wie geht man als Operateur mit der Verantwortung um einem Gehirnsorparin?
00:16:15: Das ist was anderes.
00:16:16: also wenn ich etwas am Fuß habe.
00:16:19: Das wird vielleicht den Fußschirurg nicht ganz gerecht, wenn man das jetzt so sagt.
00:16:23: Ich hätte mehr Angst ... Wenn ich sage, es könnte am Fuß fast schiefgehen oder am Gehirn?
00:16:28: Die Angst kommt ja immer daher, dass man sagt im Gehirnsitz sowas wie die Persönlichkeit.
00:16:34: Wie die Sprache, das Denken, also die ganzen kognitiven Eigenschaften bin noch ich selber, wenn ich aufwache und da ist es wichtig zu wissen... Es ist nie eine alleinige Verantwortung.
00:16:47: Wir besprechen jeden Fall, wo am Gehirn operiert wird.
00:16:51: der wird im Team besprochen eigentlich sogar nicht nur im Team sondern interdisziplinär.
00:16:55: wir haben ein Interdisziplinäres Tumor Board und jeder Tumorpartient läuft über dieses Board und wird erst mal beraten.
00:17:04: da sind Onkologen mit drin das sind Strahlentherapeuten mit drin Das sind wir mit drin Neurologen Und dieses Team trifft dann zusammen die Therapieentscheidung.
00:17:13: Wenn es so ist, dass man sagt, die ist operativ ... Dann wird das eben auch innerhalb vom Team ja noch mal zusammen geplant.
00:17:19: Das heißt, das wird besprochen am Tag vorher.
00:17:22: wie wird der Zugang gewählt?
00:17:23: Welchen Mittel brauchen wir?
00:17:26: So dass jetzt nicht so ist als die eine Person, die da im OP setzt eigentlich die Verantwortung alleine auf ihren Schultern trägt und ... Es ist auch so, dass man im Operationssaal nicht alleine operiert.
00:17:37: Sondern immer mindestens zu zweit.
00:17:39: Zudem sind ja da noch andere Personen anwesend, die zum Beispiel das sogenannte Monitoring machen, also die Funktionsüberwachung ... Die OP-Schwestern haben eine ganz wichtige Rolle, die Anästhesie.
00:17:52: Es ist ein Team und dann ist es einen Hineinwachsen in diese Situation.
00:17:57: Und das wird irgendwann zu einer gewissen Routine auch.
00:18:01: Mhm.
00:18:02: In der Neurochirurgie ist es auch so, dass der Assistenzarzt eher spät anfängt alleine zu operieren.
00:18:09: Dass die ganzen ersten Jahre sind, sodass man guckt und vielleicht ein bisschen mitmacht.
00:18:14: Und das übernimmt den einen Handgriff, den nächsten.
00:18:18: Es ist immer sehr kontrolliert wie das passiert Und dann ist der zweite oder ein Baustein noch eine sehr gute Aufklärung des Patienten im Vorfeld, dass man einfach weiß wie die Erwartungen sind.
00:18:30: Was erwarten wir?
00:18:32: Wann hören wir vielleicht auch auf mit nicht ganz zufriedenstellendem Ergebnis bezüglich der Resektion aber zum Schutz der Funktion was kann passieren und dass er das im Vorfield weiß?
00:18:43: und ja so geht man eigentlich damit um.
00:18:48: Also Teamarbeit ist ... wird ganz groß geschrieben.
00:18:52: Ja, was sind denn typische Ängste von Patienten?
00:18:56: Also ich habe jetzt eben das ein bisschen überspitzt dargestellt dass der Patient kommt.
00:18:59: sie können das bestimmt machen.
00:18:59: Ich glaube in der häufiger Fall ist es das Patienten verzweifeln und ängste haben.
00:19:07: Was sind so Ängste, mit denen Sie konfrontiert sind?
00:19:09: Also Ängsten bei Patienten mit der Diagnose Hirntumor sind normal und zu erwarten.
00:19:15: Daher ist eine psychologische Unterstützung und Austausch in Selbsthilfegruppen von großer Bedeutung in der Behandlung von Hirntummoren.
00:19:29: Das heißt, bei uns wird jeder Patient gescreened und gegebenenfalls psychologisch vorgestellt und behandelt.
00:19:37: Da die Patienten ganz viele Ängste haben wie zum Beispiel Angst vor Persönlichkeitsveränderung vor dem kognitiven Abbau, Epilepsie, Todschmerzen usw.. Ich möchte aber auch hier betonen, dass nicht nur die Patienten sondern Angehörige beziehungsweise die Familie soll entsprechend unterstützt werden.
00:20:01: Denn die Angehörtigen sind ganz oft überfordert mit der Diagnose und dürfen viele Ängste haben.
00:20:09: Und sie können auch psychonkologische Unterstützung in unserer Klinik bekommen.
00:20:15: Haben Patienten mehr Angst vor der Diagnose oder vor der Operation oder Therapie?
00:20:22: Ich glaube mehr von der Prognose, würde ich sagen.
00:20:27: Was Sie dann sagen?
00:20:29: Wie das vermutlich ausgehen wird oder ...
00:20:31: Ja, es ist schon immer so ein bisschen dieser Schreckmoment.
00:20:35: was ergibt denn jetzt das pathologische Ergebnis?
00:20:39: Was hilft den Patienten erfahrungsgemäß am meisten mit der Situation umzugehen?
00:20:43: Sie haben gerade die Psychoinkologie genannt sicherlich auch eine gute soziales Netz wo man aufgefangen wird mit so einer Diagnose.
00:20:53: Also wir haben in der letzten Zeit auch Selbsthilfegruppen, ich glaube das wird auch sehr gut funktionieren.
00:21:01: Das haben wir alles im Rahmen der Zertifizierung für ein neurologisches Zentrum getan und das soll sich dann mit der Zeit zeigen.
00:21:11: aber ich glaube schon daran dass das helfen wird.
00:21:14: Der Austausch mit anderen Betroffenen ist
00:21:16: ja... Genau also die Situation.
00:21:17: man steht da nicht alleine, es gibt andere die berichten können, wo vielleicht auch ein normales Leben wieder ganz gut möglich ist.
00:21:24: Wir haben auch Verläufe von Patienten, die per se keine ganz günstige Prognose haben und trotzdem aktuell erst mal ein normaler Leben weiterführen können, diese Verläufen gibt's.
00:21:36: Und so wie die Frau Salchiza sagt sind wir gerade dabei, auch da Selbsthilfegruppen auf die Beine zu stellen und ... Patienten zu informieren über Veranstaltungen und sowas.
00:21:47: der Austausch hilft
00:21:48: immer.
00:21:49: Ja.
00:21:50: Wie läuft denn eine Tumorsprechstunde ab?
00:21:53: Ich habe gelesen, dass sie Tumoresprechstunden anbieten.
00:21:55: Genau!
00:21:56: Wie gesagt im Rahmen der Zertifizierung für das Neuro- und Chlorische Zentrum haben wir in unserer Klinik seit zwei Tausendfünfundzwanzig die Tumorschbrechstunde.
00:22:05: Die läuft jede Woche und die Patienten können gerne einen Termin über das neuropschedurgische Sekretariat vereinbaren insbesondere die Patienten mit erst Diagnose hier in Tumor Und von dort, der Tumorsprechstunde kann man gegebenenfalls weitere Diagnostik organisieren und durchführen oder gegebenenfall ein Patientenstationär aufnehmen.
00:22:29: Manche Patienten brauchen nur regelmäßige Kontrollen zum Beispiel Patienten mit kleinen Gutartigen befunden und solche Kontrolln kann man auch über die Sprechstunde laufen lassen.
00:22:42: Auf der anderen Seite die Patienten, die an Hirntumor operiert wurden werden auch über die Tumorsprechstunde kontrolliert und weiter behandelt.
00:22:53: Wie die Kollegin schon gesagt hat es gibt Tumor Board jeder Fall jeder Patient wird in der Tumorkonferenz vorgestellt und die Tumorsprechstunde ist auch stark mit der Tumorkonferenz verbunden.
00:23:07: Und wenn Sie so eine Kontrolle, so eine Verlaufskontrolle durchführen wird dann auch ein CT oder MRT gemacht in dieser Sprechstunde
00:23:14: quasi?
00:23:14: Also meistens eine MRT-Kontrolle.
00:23:16: Ja okay jetzt haben wir vorhin schon mal von der TUMOR Konferenz gesprochen.
00:23:22: da sind ja dann verschiedene sagen wir, Ärzte aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zusammen.
00:23:29: Und sie gucken sich diesen Patienten dann individuell an?
00:23:33: Welchen Vorteil hat das denn für die Patienten ...
00:23:36: Also diese Tu-Probots sind mittlerweile eigentlich ein Muss an allen Kliniken, die sich mit solchen Themen beschäftigen und es läuft so ab dass eben die verschiedenen Fachrichtungen zusammenkommen und die Patienten strukturiert durchgesprochen werden und jede Fachrichtung dann auch ihre Meinung dazu beitragen kann und man zu einem Konsens kommt, was hier die optimale Empfehlung ist.
00:24:01: Und bei uns, wie gesagt, sind da die Onkologen mit dabei?
00:24:04: Die Neurologie wird dazugeschaltet also das ist teilweise live und teilweise werden da die Leute eingeschaltet.
00:24:10: Auch der Pathologe zum Beispiel, der vielleicht noch sagt, was gerade das letzte Ergebnis erbracht hat.
00:24:16: Die Strahlentherapeuten sind mit drin und oft auch die Psycho-Onkologie.
00:24:22: so ein Gesamtkonzept entsteht und der Patient sicher sein kann, alle haben das mitbeurteilt und haben mitgesprochen.
00:24:31: Und diese Ergebnisse?
00:24:32: Wenn Sie jetzt so einen Patienten da durchgesprochen haben wie schnell fließen die dann in die Behandlung ein?
00:24:37: unmittelbar eigentlich?
00:24:38: Unmittelbar genau!
00:24:40: Es gibt die Situationen dass das Patienten entweder die Be handlung sowie das Tumorboard ziehe Festgelegt hat es gar nicht möchten.
00:24:47: Das ist dann auch in Ordnung, das ist ja nur ein Vorschlagnangebot.
00:24:50: Es gibt die Situation, dass der Verlauf in eine andere Richtung geht als man das erwartet hat.
00:24:55: Beispielen, Patient verschlechtert sich rapide und man sagt ... Die Behandlung, die man geplant hat, ist so gar nicht durchführbar.
00:25:02: Das macht für ihn keinen Sinn.
00:25:04: Dann wird der Fall im nächsten Board reevaluiert und man ändert dann auch mal das Konzept.
00:25:09: Das Board findet wöchentlich statt, so hat man eigentlich kontinuierlich die Möglichkeit da auch Patienten neu zu besprechen.
00:25:17: Okay also bei dem Board werden neue Patienten besprochen und die bei denen sich dann signifikant was verändert hat und man sagt wir müssen diesen Fall nochmal ganz
00:25:25: genau neu
00:25:25: besprechen?
00:25:27: Ja Wir haben sehr viel gelernt heute.
00:25:29: Ich habe sehr viel gelernt, Sie haben sehr viele von Ihrem Wissen weitergegeben.
00:25:33: Vielen Dank dafür!
00:25:35: Ich nehme mit es ist eine schwere Diagnose und hat eine komplexe Behandlung zur Folge.
00:25:41: aber es ist ein Bereich in dem sich die Medizin sehr schnell auch weiter entwickelt und das Gespräch hat mir auch gezeigt wieviel Verantwortung darin steckt diese Diagnose zu behandeln und wie viel Hoffnung auch in ihrem Fachgebiet der Neurochirurgie steckt.
00:25:58: Das gibt auch Hoffnungen, glaube ich für Menschen die mit dieser Diagnosik konfrontiert werden.
00:26:05: Ein herzliches Dankeschön an Sie beide, Frau Prof.
00:26:07: Carolus, Frau Dr.
00:26:08: Sakezza, dass sie sich Zeit genommen haben uns in ihren spannenden Alltag mit hineinzunehmen.
00:26:13: Vielen Dank auch Ihnen fürs Zuhören.
00:26:15: Abonnieren Sie gerne unseren Podcast, klicken sie gern mal wieder rein!
00:26:19: Machen Sie es gut und bis zum nächsten Mal, ciao!
00:26:21: Danke schön,
00:26:31: tschüss!
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